Formales und Organisatorisches

2015 erfasste Deutschland eine Solidaritätswelle, die einer Bürgerbewegung glich. Es bildeten sich spontane Bündnisse und Initiativen, die sich unmittelbar in die Arbeit stürzten. Die Zeit der Nothilfe ist nun allmählich vorbei, jetzt heißt es langfristige Strukturen aufzubauen, um auch das Engagement langfristig aufrechtzuerhalten.

Dabei gibt es Folgendes zu beachten: 

Gut zu wissen...

Wenn der zeitliche Zusatzaufwand leistbar bzw. verhältnismäßig ist, hat die Vereinsgründung einige Vorteile.
Weiterführende Informationen zur Gründung eines Vereins: Praxishilfen Arbeiten im Verein
Beispiel für eine Mustersatzung eines Fördervereins: Mustersatzung

Organisationsstruktur

Ob Ehrenamtliche sich einer bestehenden Organisation anschließen, selbst einen Verein gründen oder als loses Bündnis arbeiten, hängt von den regionalen Rahmenbedingungen und den Interessen der Engagierten ab.

Als gemeinnütziger Verein können Sie leichter Spenden einwerben, die in der Arbeit sicher gebraucht werden. Eine Vereinsgründung ist relativ unkompliziert. Doch für einen gemeinnützigen Verein  sind einige zusätzliche Vorgaben zu beachten und der Aufwand ist deutlich höher (insbesondere gute Buchführung wegen regelmäßiger Prüfung). Hier gab es auch eine Änderung, so dass nun der Satzungszweck für die Gemeinnützigkeit „streng gefasst“ werden muss. 

Die Leitstelle Bürgerbeteiligung und Ehrenamt der Staatskanzlei bietet hierzu Informationen und Fortbildungen an: wir-tun-was.de.

Darüber hinaus stellt die Initiative aus Schifferstadt ein Diskussionsforum zur Verfügung, auf dem sich über ähnliche Anliegen, Problemladen und Fragen ausgetauscht werden kann: asyl-forum.de

Gut zu wissen...

Es gilt das subsidiäre Prinzip:
Zuerst haftet die private, persönliche Versicherung, dann die des Landes. Wenn Sie über einen Verband, einer Kirche oder ähnliches tätig sind, informieren Sie sich, welche Versicherungen bereits vorhanden sind.

Auch Flüchtlinge sind versichert, wenn sie ehrenamtlich tätig sind.
Dies gilt unabhängig vom Aufenthaltsstatus.

Versicherung

Ehrenamtliche, die für Wohlfahrtsverbände oder Kirchen aktiv sind, sind in der Regel über diese Träger haftpflicht- und unfallversichert.

Ehrenamtliche in kleinen, rechtlich unselbstständigen Initiativen sind über eine Sammelversicherung des Landes Rheinland-Pfalz versichert. Hierzu ist es nicht notwendig, sich vorher beim Land registrieren zu lassen. Detaillierte Informationen und auch Formulare zur Meldung von Schäden finden Sie auf der Seite der Leitstelle Ehrenamt und Bürgerbeteiligung:  wir-tun-was.rlp.de/de/service/versicherung.

Achtung: KFZ-Schäden sind generell ausgeschlossen.

Informationen dazu finden Sie auch in den ständig aktualisierten FAQ des Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz: Häufige Fragen zum Thema Flüchtlinge.

Die Leitstelle Ehrenamt und Bürgerbeteiligung der Staatskanzlei beantwortet in einem Flyer Fragen und gibt Beispiele aus der Praxis zum Thema Sicherheit für freiwillig Engagierte: Sicherheit für freiwillig Engagierte.

 

 

Gut zu wissen...

Die Gebühr des erweiterten Führungszeugnisses beträgt 13 Euro.

Die meisten Verwaltungen sehen allerdings davon ab, wenn das Führungszeugnis für die Ausübung ehrenamtlicher Tätigkeiten gebraucht wird.

Formale Vorgaben

Je nachdem in/mit/für welche/r Organisation oder Initiative Sie aktiv sind, kann es formale Vorgaben für die Arbeit geben.

Die Betreuungsverbände oder auch Verwaltungen verlangen teilweise von „ihren“ Ehrenamtlichen eine Selbstverpflichtungserklärung und ein erweitertes Führungszeugnis. Dies sollte immer dann gefordert werden, wenn auch mit Minderjährigen gearbeitet wird. Das erweiterte Führungszeugnis enthält Angaben über einschlägige Straftaten bezüglich Sexualdelikten bzw. „Kindeswohl“ gefährdenden Straftaten.

Die Selbstverpflichtungserklärung ist je nach Verband etwas unterschiedlich, bezieht sich aber in der Regel auch auf das Kindeswohl.

Selbstorganisierte Vereine und Initiativen arbeiten darüber hinaus gelegentlich mit Verschwiegenheitserklärungen.

Einige Verbände führen auch Einstiegsveranstaltungen durch, die vorab absolviert werden müssen.